Grundsätzlich waren Löhne immer der wichtigste Hebel, um die besten Profile anzuziehen. Heute ist
diese Gleichung komplexer geworden – wegen des budgetären Drucks in Verbindung mit den wachsenden
Erwartungen der Mitarbeitenden in anderen Arbeitsdimensionen, was CEOs dazu veranlasst, alte Muster
aufzubrechen.
Zahlreiche Länder und Kontinente liefern den Beleg dafür: die Schweiz, Frankreich, die USA und Asien. In
einer Zeit, in der Talente ihre Prioritäten neu definieren, müssen Unternehmen sich neu erfinden, um die
qualifiziertesten Profile zu überzeugen. Rekrutieren, ohne ein Gehalt oberhalb des Marktes zu bieten,
wird damit eher zu einer strategischen Kunst als zu einer Beschränkung.
Doch wie lassen sich Kandidaten jenseits des Gehaltsanreizes gewinnen, angesichts eines weniger
dynamischen und instabilen globalen Umfelds (inflationäre Spannungen, ein unsicherer Arbeitsmarkt, was
insbesondere in der Schweiz durch Prognosen zu Entlassungen in sämtlichen Sektoren bestätigt wird,
geopolitische Instabilität mit Auswirkungen auf die Finanzmärkte und folglich auf die Rekrutierungstätigkeit) ?
Während die wirtschaftlichen Entscheidungsträger weltweit die makroökonomischen Signale genau
beobachten (niedrige Inflation in der Schweiz, moderates Wachstum im Euroraum, relative Stabilität in
den USA und Dynamik in Asien), wird immer deutlicher, dass Überbezahlung für Arbeitgeber, die langfristig
bestehen wollen, eine schlechte Rechnung ist. Warum?
Angesichts eines weniger dynamischen globalen Umfelds und moderater Inflationsdrucke erneuern CEOs
ihren Ansatz, um die besten Talente zu gewinnen, ohne Rekordgehälter zu bieten (KOF). Geopolitische
Umbrüche, inflationsbedingte Spannungen und die fortschreitende Digitalisierung (Künstliche Intelligenz)
zwingen Unternehmen zu mehr Kreativität.
De facto verlangt die internationale Wettbewerbsfähigkeit ein umsichtiges Kostenmanagement. Asien zeigt,
dass Wachstum und Attraktivität mit einer an der Produktivität ausgerichteten Lohnpolitik einhergehen
können (adb.org). Handelszölle und -spannungen bleiben bestehen: Die US-Zölle sind weiterhin hoch und
schaffen Unsicherheit in Europa, Asien und Nordamerika, was Investitionen und das internationale Wachstum
belastet.
Die Schweiz, die USA und Asien bleiben jedoch konkrete Beispiele für attraktive Faktoren, die Kandidaten
jenseits des Gehalts anziehen. Talente definieren ihre Prioritäten neu – aber welche sind das?
Früher konnte das finanzielle Argument Vorbehalte wie Schnee in der Sonne schmelzen lassen. Heute ist
eine echte Palette beruflicher Anreize für CEOs entscheidend, um die Aufmerksamkeit eines
Ausnahmekandidaten zu gewinnen.
Unternehmen prüfen mehrere Ansatzpunkte, etwa :
Je nach Kontinent und Land gibt es zahlreiche Attraktivitätsfaktoren jenseits des Gehalts auf
makroökonomischer Ebene, um die besten Talente anzuziehen:
In dieser Welt, in der das Wachstum vorsichtig voranschreitet, ist Überbezahlung kein Zeichen von Stärke
mehr, sondern oft eine strategische Schwäche – allerdings darf das nicht mit „Unterbezahlung“ verwechselt
werden, die ein Zeichen von Missgunst ist und Kandidaten dazu veranlasst, ein anderes Unternehmen zu
wählen, das mehr Ethik und Wohlwollen verkörpert.
In der Wissensökonomie und bei knappen Kandidaten suchen hochqualifizierte Profile nach einem
stimmigen Gesamtpaket: ein angenehmes Arbeitsklima, Sinn, klare Perspektiven, Flexibilität und eine
authentische Unternehmenskultur. Anders gesagt: Wenn ein Unternehmen die Besten anziehen will,
müssen CEOs mehr bieten als eine Zahl auf dem Lohnzettel mit einem marktgerechten Gehalt: Sie müssen
eine berufliche Erfahrung bieten, die es wert ist, gelebt und erzählt zu werden.
Schließlich, wie ein niemals naiver Kandidat sagen würde: «Man kann mein Gehalt immer noch erhöhen …
aber wer erhöht mein Glück?»
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