Fotos © Leloluce
Von Sabah Kaddouri
Schlussakt bei Art Genève, wo 81 internationale Galerien anlässlich der 13ten Ausgabe im Palexpo Station machten. Auf einem von den Vereinigten Staaten dominierten Kunstmarkt bleibt die Schweiz eine starke Drehscheibe, die Sammler und Künstler gleichermaßen anzieht. Zurück von der Art Basel Miami und in Vorbereitung auf die World Art Dubai (April 2025) entschlüsselt die produktive Leloluce mit uns die Geopolitik der Kunst, den Anlageansatz und die Erwartungen des Publikums. Begegnung.
Sabah Kaddouri: Die Schweiz ist ein Land der Sammler, das Sie gut kennen. Investiert man hier eher aus Kunstliebe oder aus kommerziellem Opportunismus?
Leloluce : Die Schweiz ist ein Land mit einer tief verwurzelten Sammlungskultur, die auf einer echten Wertschätzung der Kunst beruht, aber auch auf einem klaren Bewusstsein für ihr Potenzial als Finanzanlage. Schweizer Sammler sind informiert: Sie wissen, dass Kunst ein wirtschaftlicher sicherer Hafen sein kann und zugleich ein Mittel des Ausdrucks und der kulturellen Weitergabe. Das Gleichgewicht zwischen Leidenschaft und Investition wird hier besonders gut beherrscht, mit einem langfristigen Ansatz, bei dem die Entwicklung eines Künstlers und die historische Relevanz eines Werks eine Schlüsselrolle spielen.
Sabah Kaddouri: Unterscheiden sich die Profile zwischen der Romandie und der Deutschschweiz?
Leloluce : Ja, es gibt Unterschiede. Die Romandie steht der französischen und europäischen Kunst näher, und die Sammler verfolgen dort oft einen emotionaleren und intuitiveren Ansatz. Die Deutschschweiz hingegen ist stärker von einer pragmatischen Investitionskultur in Kunst geprägt, mit einer ausgeprägteren finanziellen Strukturierung. Das zeigt sich insbesondere in der Aufmerksamkeit für die Marktnotierung von Künstlern und für die Nachhaltigkeit des Marktes. In beiden Fällen gibt es jedoch eine echte künstlerische Sensibilität und eine Vorliebe für starke, bedeutungsvolle Werke.
Sabah Kaddouri: Sie werden auch für Ihre finanzielle Expertise auf Konferenzen angefragt. Was lässt sich vom Markt mitnehmen? Welche Investitionen versprechen Potenzial und was macht die Marktnotierung eines Künstlers aus?

Leloluce : Heute ist Kunst eine strategische Anlage, die weit über das reine ästhetische Vergnügen hinausgeht. Investoren suchen Werke, die Einzigartigkeit und Wertsteigerungspotenzial verbinden. Die aktuellen Trends zeigen eine starke Nachfrage nach etablierten Künstlern, monumentalen Werken und Stücken mit einer starken, wiedererkennbaren und zeitlosen visuellen Identität. Die Marktnotierung eines Künstlers beruht vor allem auf seiner Fähigkeit, ein unverwechselbares Universum zu schaffen, stetige Nachfrage zu erzeugen und sich in institutionellen oder musealen Sammlungen zu verankern. Doch Bekanntheit allein genügt nicht: Authentizität und emotionale Kraft eines Werks bleiben entscheidend, damit sich ein Künstler nachhaltig abhebt.
Sabah Kaddouri: Sie waren zum ersten Mal an der Art Basel Miami beteiligt. Glauben Sie, dass die kreative Energie vor allem amerikanisch ist? Was könnte diese Hegemonie ins Wanken bringen?
Leloluce : Die kreative Energie in den Vereinigten Staaten ist unbestreitbar. Vor allem die Art Basel Miami spiegelt diese Dynamik wider, mit einem Ökosystem, in dem Künstler, Sammler und Institutionen in einer außergewöhnlichen Konstellation aufeinandertreffen. Amerika hat die Fähigkeit, Kunst in ein globales Spektakel zu verwandeln und Veranstaltungen zu schaffen, bei denen Inszenierung und Wirkung alles sind. Doch die amerikanische Hegemonie ist nicht unerschütterlich. Europa bleibt eine starke Bastion der Kunst, mit einer Geschichte und einem kulturellen Erbe, die den Markt weiterhin prägen. Wirklich ins Wanken bringen könnte diese Dominanz jedoch der Aufstieg aufstrebender Kunstszenen in Asien und im Nahen Osten. Diese Regionen investieren massiv in zeitgenössische Kunst und entwickeln Plattformen, die mit den großen westlichen Messen konkurrieren.
Sabah Kaddouri: Welche Rolle spielt die Schweiz in der Geopolitik der Kunst?
Leloluce : Die Schweiz ist ein Schlüsselakteur auf dem Kunstmarkt, dank renommierter Messen wie der Art Basel, eines soliden Bankennetzes und Infrastrukturen, die auf die Konservierung und den Handel mit Werken ausgerichtet sind. Ihr Status als neutrale Finanzdrehscheibe ermöglicht ihr, eine internationale Hub-Rolle für Sammler und Institutionen zu spielen. Was sie jedoch besonders auszeichnet, ist ihr Bekenntnis zu einem qualitativen Ansatz: Hier stehen Nachhaltigkeit und Sorgfalt im Vordergrund, nicht kurzfristige Moden. Die Schweiz ist damit ein Garant für Stabilität und Seriosität in der Geopolitik der Kunst.
Sabah Kaddouri: 2024 war ein erfolgreiches Jahr für Sie, insbesondere mit Ihrer Ausstellung während der Olympischen Spiele unter der Schirmherrschaft des Olympiakomitees und des französischen Kulturministeriums. Welchen Dialog möchten Sie mit der breiten Öffentlichkeit führen?
Leloluce : Diese Ausstellung war eine unglaubliche Gelegenheit zu zeigen, dass Kunst und Sport gemeinsame Werte teilen: Emotion, die Kraft der Geste, Weitergabe und Selbstüberwindung. Mein persönlicher Werdegang, geprägt von einem sportlichen Ehrgeiz, der durch eine Verletzung jäh gebremst wurde, findet in diesem Dialog zwischen Kunst und Olympischen Spielen eine besondere Resonanz. Mit meinen Werken möchte ich eine universelle Sprache schaffen, die für alle zugänglich ist. Mein Pop-Art-Stil mit seinen Puzzleformen steht für die Fragmente des Lebens, die uns formen, für unsere Prüfungen und unsere Siege. Ich möchte dem Publikum Freude und Energie vermitteln und zeigen, dass Kunst ein starkes Medium für Emotionen und menschliche Verbindung ist.

Sabah Kaddouri: Demnächst werden wir Sie auf der World Art Dubai im April 2025 wiedersehen. Was bereiten Sie vor?
Leloluce : Die World Art Dubai ist zu einem unverzichtbaren Termin des Kunstmarkts geworden. Diese Ausstellung wird die Gelegenheit bieten, eine breite Auswahl meiner Werke zu präsentieren, sowohl Gemälde als auch Skulpturen. Mir ist es wichtig, meine Pop-Art- und Street-Art-Bilder in den Vordergrund zu stellen, denn mit der Malerei hat alles begonnen. Meine Arbeit ist zutiefst geprägt von der Energie der Farben, dynamischen Kompositionen und einem einzigartigen grafischen Ansatz, der mein Universum und meine künstlerische Vision widerspiegelt. Diese Werke werden im Zentrum meiner Ausstellung in Dubai stehen, neben meinen Skulpturen. Ich werde auch meine ikonischen Skulpturen zeigen, darunter den LeloCat, den LeloBear und den LeloBunny, die für die Olympischen Spiele Paris 2024 geschaffen wurden. Zwei monumentale Skulpturen, der LeloBunny und der LeloCat, werden enthüllt und bekräftigen mein Engagement für Kunst im großen Maßstab.
Die Ausstellung auf der World Art Dubai wird eine einzigartige Gelegenheit sein zu zeigen, wie sich meine Kunst zwischen Malerei und Skulptur, zwischen Tradition und Innovation, zwischen Emotion und Investition entwickelt.
Sabah Kaddouri: Da LELOLUCE mit Luxus konnotiert ist, ist es Ihnen wichtig, andere Welten und Ausdrucksformen der Kunst zu erkunden?
Leloluce : Meine Arbeit bewegt sich in einem hochklassigen künstlerischen Universum, und diese Positionierung vertrete ich bewusst. Luxus ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern vor allem eine Frage der Qualität, des Anspruchs an Zeitlosigkeit und Exzellenz. Doch Kunst ist ein unendliches Spielfeld, und ich experimentiere gern. Monumentale Werke und immersive Formate interessieren mich zunehmend, weil sie beim Betrachter eine starke Wirkung erzeugen. Ich möchte auch andere Medien und Kooperationen erkunden, insbesondere mit Architektur, Design und Digitalem.
Ich bin überzeugt, dass sich Kunst weiterentwickeln und überraschen muss, ohne ihrer Essenz untreu zu werden. Meine Gemälde und Skulpturen werden weiterhin harmonisch miteinander in Dialog treten, in einem Streben nach Innovation und emotionaler Verbindung mit dem Publikum.
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