Icelandair: zwischen Himmel und Erfolg

27 avril 2026

Icelandair: zwischen Himmel und Erfolg

Fotos © Icelandair

Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten positioniert, verbindet Icelandair Reisende von einem Ozean zum anderen. Die 1937 gegründete isländische Fluggesellschaft setzt ihren ungetrübten Wachstumskurs fort und baut dabei auch ihr Angebot auf Nebenstrecken wie Göteborg, Nashville oder Malaga aus. Bis zum Sommer wird Icelandair zudem im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika noch stärker im Zentrum des Geschehens stehen. Ein Blick auf einen Flugzeugbauer, der zunehmend unverzichtbar wird.

Von Sabah Kaddouri

Wie lautet Ihre Strategie, um mit US-Unternehmen und den etablierten Anbietern auf diesen Strecken zu konkurrieren?

Icelandair: Unser internationales Netzwerk basiert auf der geografisch günstigen Lage Islands. Zwischen Europa und Nordamerika gelegen, ist Island ein idealer Knotenpunkt für den transatlantischen Verkehr. Dank dieses weit verzweigten Netzes und einer effizienten Narrow-Body-Flotte können wir mehr Direktverbindungen anbieten und höhere Frequenzen bedienen, als wenn wir nur Märkte von und nach Island erschließen würden. Wir sind in der Lage, Hauptstädte ebenso wie Sekundärstädte in Europa und Nordamerika, die keine direkten Verbindungen haben, über Island miteinander zu verbinden – mit hoher Frequenz, den kürzestmöglichen Reisezeiten und einem möglichst bequemen Umstiegserlebnis an unserem Hub in Island.

Schließlich ist zu erwähnen, dass bis zu 25 % unserer transatlantischen Passagiere unser Island-Stopover-Angebot für bis zu sieben Nächte (Icelandair Stopover) bei einer transatlantischen Reise ohne Aufpreis auf den Flugtarif nutzen – etwas, das kein anderer Netzwerkcarrier anbieten kann.

In 25 Jahren haben Sie das Passagieraufkommen verdreifacht. Hängt das mit der Popularität Islands zusammen, das auf all Ihren Atlantikflügen als Zwischenstopp dient?

Icelandair: In den vergangenen 25 Jahren haben wir einen starken Anstieg der Popularität Islands als touristisches Reiseziel erlebt, und wir sind stolz auf unseren Beitrag zu dieser Entwicklung. Unser Angebot „Icelandair Stopover“, das transatlantischen Passagieren einen Zwischenstopp in Island von bis zu sieben Nächten ohne Aufpreis auf den Flugtarif ermöglicht, ist Marktführer und hat eine wichtige Rolle bei der Vermarktung Islands gespielt. Das Wachstum zeigt sich jedoch in all unseren Märkten – bei Reisenden nach Island, bei Isländern, die ins Ausland reisen, ebenso wie auf transatlantischen Flügen. Unser wachsendes Netzwerk umfasst derzeit mehr als 60 bediente Städte, darunter europäische Sekundärstädte wie Edinburgh und Göteborg, was zeigt, dass sich Passagiere zunehmend aus anderen Gründen als dem Tourismus für Icelandair entscheiden.

All dies hat zu unserem Wachstum beigetragen, vor allem aber belegt es die Stärke unseres Geschäftsmodells, die gezielte Entwicklung unseres Netzes und die Attraktivität Islands als Destination. 

Welche Märkte entwickeln sich am dynamischsten? Welche Rolle spielt dabei insbesondere die Schweiz?

Icelandair: Indem wir die Passagiere unserer Märkte nach Island, von Island aus und auf dem Transatlantikmarkt zusammen betrachten, bietet uns unser Streckennetz viel Flexibilität, um den Schwerpunkt je nach Bedarf von einem Markt auf den anderen zu verlagern. In der aktuellen Situation eines sehr wettbewerbsintensiven Transatlantikmarkts haben wir den Fokus stärker auf die Märkte von und nach Island gelegt, auch wenn der transatlantische Markt weiterhin einen sehr wichtigen Teil unserer Aktivitäten ausmacht. 

Die Schweiz ist für uns ein wichtiger Markt, und wir bieten sehr effiziente Verbindungen zwischen unseren zahlreichen Zielen in Nordamerika und unseren beiden Destinationen in der Schweiz, Zürich und Genf. Zürich wird ganzjährig mit zehn Flügen pro Woche bedient, während wir unsere Operationen nach Genf auf den Sommer konzentriert haben. Kürzlich haben wir jedoch Flüge für den Winter 2026/2027 hinzugefügt, von Dezember bis Ostern.

Planen Sie, ein Business-Class-Angebot auszubauen, oder konzentrieren Sie sich auf ein Low-Cost-Modell?

Icelandair: Derzeit sind wir überzeugt, dass wir den richtigen Service für unseren Markt anbieten, der keineswegs Low-Cost ist. Wir bieten großzügige Sitzabstände, ein On-Demand-Entertainment-System und WLAN für alle Passagiere.

„Saga Premium“, unser Premiumangebot, hat sich in den vergangenen 40 Jahren zu einem unverwechselbar isländischen Premium-Erlebnis entwickelt. Es ist Premium auf unsere Art. Wir kopieren keine traditionellen Carrier, sondern bieten authentische isländische Gastfreundschaft zu Preisen, die unserer operativen Effizienz entsprechen.

Passagiere von Saga Premium profitieren von echtem Komfort: großzügiges Freigepäck, bevorzugter Check-in und Boarding, Zugang zu exklusiven Flughafenlounges, On-Demand-Entertainment an Bord, gehobene Gastronomie nach isländischer kulinarischer Tradition mit frischen, lokalen Zutaten, von unseren Teams ausgewählte lokale Gins und Weine, kostenloses WLAN an Bord, Noise-Cancelling-Kopfhörer und Amenity Kits mit isländischer Kunst.

Für die Zukunft verpflichten wir uns, weiterhin zu innovieren und das Saga-Premium-Erlebnis zu verbessern. Es gibt Pläne, unser Angebot weiter auszubauen und dabei die neuesten Technologien und Komfort weiterhin in den Mittelpunkt zu stellen.

Wie sieht das Jahr 2026 für Icelandair aus? Gibt es konkrete Pläne für die FIFA-Weltmeisterschaft, einen Höhepunkt auf den bedienten Strecken?

Icelandair: 2026 ist operativ wie kommerziell ein Schlüsselmoment. Unser Rekord von mehr als fünf Millionen Passagieren im Jahr 2025 bestätigt die Nachfrage hinter unseren Expansionsplänen. Unser Flottenerneuerungsprogramm läuft, mit inzwischen im Einsatz befindlichen Airbus A321LR und zusätzlichen A321XLR-Flugzeugen, die für 2029 bestellt sind. Das bedeutet, dass wir gut positioniert sind, um unsere Kapazität auf stark nachgefragten transatlantischen Strecken strategisch auszubauen.

Wir haben unser Netzwerk bereits auf mehr als 60 Gateways in Europa, Nordamerika, Grönland und Island ausgeweitet. Es handelt sich um das größte Netzwerk in der jüngeren Geschichte von Icelandair, ermöglicht sowohl durch die neue Kapazität unserer Flotte als auch durch unsere Architektur strategischer Partnerschaften. Wir werden Reisende unterstützen, die diesen Sommer zur FIFA-Weltmeisterschaft nach Nordamerika reisen, da wir zahlreiche Gastgeberstädte bedienen.

Wir haben einen deutlichen Anstieg der Ticketkäufe in den am Turnier teilnehmenden Märkten festgestellt. Besonders ausgeprägt ist dies in Schottland, wo die Nachfrage nach Flügen ab Edinburgh und Glasgow im Zuge der Auslosung der Weltmeisterschaft stark gestiegen ist, während wir die Playoffs für die übrigen von uns bedienten Märkte erwarten.

Für 2025 gehen die neuesten Schätzungen von einem Rekordwert von 5,2 Milliarden Flugpassagieren aus, und bis 2040 erwartet die Branche 8 Milliarden Passagiere.

Wie kann sich der Sektor bei einem solchen Wachstum dekarbonisieren?

Icelandair: Diese wichtige Aufgabe erfordert systemische und globale Lösungen. Bei Icelandair setzen wir konkrete Maßnahmen um und unterstützen das ambitionierte langfristige Ziel der Luftfahrtbranche, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Zudem haben wir mittelfristige Klimaziele zur Reduktion unserer Emissionen festgelegt. Unser wirksamster Hebel war die Erneuerung der Flotte: Der Airbus A321LR und die Boeing 737 MAX bieten erhebliche Effizienzgewinne und helfen uns, die CO₂-Emissionen pro operationalem Tonnenkilometer (OTK) zwischen 2019 und 2025 um 22 % zu senken. Mittel- und langfristig werden nachhaltige Flugkraftstoffe entscheidend sein, und wir unterstützen aktiv den Ausbau der Produktion und Verfügbarkeit von SAF.

Wie sieht Ihre CSR-Politik in diesem Bereich aus?

Icelandair: Unsere CSR-Strategie ist fest in den Grundwerten von Icelandair verankert. Die ESG-Strategie dient als Leitrahmen dafür, wie das Unternehmen seine Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt wahrnimmt, und gehört zu den zentralen Grundsätzen der Gesamtstrategie des Unternehmens. Wir sind uns der Umweltauswirkungen der Luftfahrt bewusst und verpflichten uns, CO₂-Emissionen zu senken, den Ressourceneinsatz zu optimieren, Abfälle zu minimieren und die Umweltleistung zu verbessern. Zudem verpflichten wir uns zur Achtung der Menschenrechte und zu einem gleichberechtigten Umgang mit Mitarbeitenden und Kunden.

Die Bedeutung von Luftfahrt und Tourismus ist für eine Inselnation wie Island unbestreitbar. Wir sind auf effiziente Flugverbindungen angewiesen, um den Tourismus, den Handel, die internationalen Beziehungen und eine gute Lebensqualität im Land aufrechterhalten zu können.

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