Erfolgreiche Partnerschaft «Bern Medtech» um drei Jahre verlängert

26 avril 2026

Erfolgreiche Partnerschaft «Bern Medtech» um drei Jahre verlängert

Foto  ©CSEM – Von links nach rechts: Jens Krauss, Vice President Medtech beim CSEM; Prof. Dr. Virginia Richter, Rektorin der Universität Bern; Prof. Dr. med. Jennifer Diedler, CEO der Insel Gruppe; und Dr. Alexandre Pauchard, CEO des CSEM

 Die 2023 geschlossene Partnerschaft « Bern Medtech » zwischen der Insel Gruppe, der UniBE und dem CSEM wurde um drei Jahre verlängert

·        32 Medizintechnikprojekte von Forschungsteams der Insel Gruppe und der Medizinischen Fakultät der Universität Bern wurden für eine Zusammenarbeit mit dem CSEM ausgewählt

·        Die Finanzierung dieser Forschungsprojekte wurde 2023 und 2025 dank Beschlüssen des Berner Grossen Rates ermöglicht 

Der Kanton Bern verfolgt weiterhin das Ziel, sich bis 2030 als international führender Medizinalstandort zu etablieren. Seit mehr als drei Jahren bündeln die Insel Gruppe, die Universität Bern und das Technologieinnovationszentrum CSEM ihre medizinische und technologische Spitzenkompetenz in gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Angesichts der erzielten positiven Ergebnisse wurde ihre Partnerschaft um drei Jahre verlängert, mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Industrieunternehmen und Start-ups nachhaltig zu stärken.

Berner Medtech-Ökosystem zeigt Wirkung 

Seit dem Beschluss des Berner Grossen Rates vom 13. Juni 2023 zur Ansiedlung einer Abteilung des Technologieinnovationszentrums CSEM wird die medizinische und klinische Forschung am Campus der Insel Gruppe gezielt vorangetrieben. Zwischen 2023 und 2025 wurden 24 Kooperationsprojekte lanciert, unter anderem in den Bereichen Gynäkologie, Neurologie, Diabetologie, Endokrinologie, Ernährungs- und Stoffwechselmedizin, Pneumologie, Kardiologie und Chirurgie. Das gemeinsame Ziel all dieser Forschungsinitiativen: die Betreuung und Überwachung von Patientinnen und Patienten mithilfe neuer Sensortechnologien sowie durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Algorithmen zu vereinfachen und das medizinische Fachpersonal bei der Diagnose und der Optimierung von Behandlungen wirksam zu unterstützen.

Der Bern Medtech Collaboration Call (BMCC) wurde 2023 erstmals ausgeschrieben und seither viermal erneuert. In diesem Zeitraum reichten Forschungsteams der Insel Gruppe und der Medizinischen Fakultät der Universität Bern rund 90 Projektvorschläge für eine Zusammenarbeit mit dem CSEM ein. Auf Basis der Empfehlungen medizinischer, klinischer und technischer Expertinnen und Experten genehmigte das Evaluation Committee des BMCC 32 der eingereichten Vorschläge, was einer Quote von rund 35,5 % entspricht. Angesichts dieser positiven Resultate beschloss der Berner Grosse Rat am 3. Juni 2025, die Partnerschaft um weitere drei Jahre zu verlängern, mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Industrieunternehmen und Start-ups auch in den Jahren 2026, 2027 und 2028 nachhaltig zu stärken.

Prof. Dr. Virginia Richter: « Diese Zusammenarbeit zeigt, welche Wirkung Forschung entfalten kann, wenn sie konsequent auf Umsetzung ausgerichtet ist. Gemeinsam mit dem CSEM bringen wir medizinische Fragestellungen aus dem Labor schneller in konkrete Lösungen – genau das braucht ein führender Medizinalstandort. »

Prof. Dr. med. Jennifer Diedler: « Innovation muss im klinischen Alltag verankert sein – sonst bleibt sie theoretisch. Die gemeinsamen Projekte mit dem CSEM zeigen, dass Technologie Diagnostik, Versorgung und Effizienz spürbar verbessern kann. Deshalb führen wir diese Zusammenarbeit gezielt weiter. »

Dr. Alexandre Pauchard: « Die räumliche Nähe auf dem Campus des Inselspitals ist ein strategischer Vorteil. Sie beschleunigt Innovation und stärkt Bern nachhaltig im internationalen Wettbewerb um die besten Medtech-Lösungen. »

Konkrete Innovationen in der Medizintechnik in Bern

Ende November 2025 wurden acht neue Forschungsprojekte lanciert. Die grosse thematische Vielfalt und die hohe Qualität der eingereichten Gesuche unterstreichen das starke Interesse an digitalen Lösungen im Spitalbereich sowie das Innovationspotenzial an der Schnittstelle von Medizin und Ingenieurwesen.

Ein Beispiel dafür ist das Projekt ELAINE, das die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der gynäkologischen Klinik der Insel Gruppe und dem CSEM vorbildlich veranschaulicht. Ziel ist die kontinuierliche Überwachung von Schwangeren und ihren Babys vor und während der Geburt mithilfe eines leichten, tragbaren Bauchgurts mit Elektroden. Diese Lösung soll die Schwangerschaftsüberwachung alltagstauglicher und komfortabler machen, mit weniger Spitalbesuchen und mehr Autonomie für die Patientinnen – bei gleichzeitig hohem medizinischem Qualitätsniveau. Aufbauend auf den bisher erzielten Ergebnissen bereitet das Start-up VidaSense, unterstützt unter anderem von Innosuisse und dem europäischen Projekt Newlife, die Technologie derzeit für die Markteinführung vor. Der Beginn der klinischen Studien ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

Neue Perspektiven bei der Blutdrucküberwachung

Viele weitere BMCC-Projekte konzentrieren sich auf die Weiterentwicklung und klinische Evaluation der vom CSEM entwickelten optischen Technologie zur kontinuierlichen Blutdruckmessung, insbesondere in Anwendungsbereichen, in denen die manschettenlose Messung einen klaren Mehrwert bietet. Die langjährige Expertise des CSEM in diesem Bereich führte bereits ab 2018 zur Gründung des Spin-offs Aktiia und zur Markteinführung des medizinisch zertifizierten Blutdruckmessgeräts Hilo, das heute international erfolgreich eingesetzt wird.

Derzeit wird diese Technologie in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken für Kardiologie, Pädiatrie, Neurologie und Neurochirurgie der Insel Gruppe untersucht: bei mit Bluthochdruck behandelten Patientinnen und Patienten, bei Frauen mit Präeklampsie während der Schwangerschaft (Projekt LONGBP), bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen (Projekt CARIOCA) sowie bei Personen mit Störungen des autonomen Nervensystems (Projekt NIVS-ANS).

Gemeinsames Ziel: bessere Versorgung, geringere Kosten

Alle Projekte verfolgen das gemeinsame Ziel, über die heutigen Standards in der Versorgung hinauszugehen. Dank neuer mobiler, nicht invasiver Überwachungstechnologien sollen medizinische Betreuung und Monitoring stärker in den Alltag der Patientinnen und Patienten integriert werden. Die Projekte leisten damit einen konkreten Beitrag zur Verbesserung von Behandlungs- und Lebensqualität und entlasten zugleich das Gesundheitssystem.

Weitere Informationen zu allen Projekten

Eine Übersicht über sämtliche Projekte und Aktivitäten des CSEM im Berner Medtech-Ökosystem finden Sie unter:

https://www.csem.ch/fr/focus-technique/sante-numerique/csem-partie-ecosysteme-medtech-bernois

Über die Insel Gruppe

Die Insel Gruppe ist einer der führenden Spitalverbunde der Schweiz im Bereich der universitären und integrierten Medizin. Mit höchster Qualität, Forschung, Innovation und Ausbildung bietet sie der Bevölkerung eine umfassende Gesundheitsversorgung: in allen Lebensphasen, rund um die Uhr und am richtigen Ort. Die Insel Gruppe erbringt jährlich mehr als 850 000 ambulante Konsultationen und behandelt rund 55 000 stationäre Patientinnen und Patienten nach den neuesten therapeutischen Methoden. Die Insel Gruppe ist Ausbildungszentrum für zahlreiche Berufe und eine wichtige Institution für die Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte. Sie beschäftigt rund 11 000 Mitarbeitende.

Über die Universität Bern 

Die 1834 gegründete Universität Bern verfügt über acht Fakultäten, rund 150 Institute und zehn inter- und transdisziplinäre Kompetenzzentren. Als weltweit vernetzter und regional verankerter Ort setzt die Universität Bern auf Exzellenz in Forschung und Lehre. Mehr als 19 000 Studierende sind in 40 Bachelor- und 75 Masterstudiengängen eingeschrieben, womit sie die drittgrösste Universität der Schweiz ist.

Die fünf Schwerpunktthemen der Universität Bern sind: Nachhaltigkeit, Gesundheit und Medizin, Materie und Universum, interkulturelles Wissen sowie Politik und Verwaltung. In einigen Forschungsbereichen wie der Weltraumforschung, der Zahnmedizin und der Veterinärmedizin nimmt sie international eine Spitzenposition ein.

Über das CSEM – Die Herausforderungen unserer Zeit angehen

Das CSEM ist ein Schweizer Technologieinnovationszentrum, das bahnbrechende Technologien mit hoher gesellschaftlicher Wirkung entwickelt und an die Industrie überträgt, um die Wirtschaft zu stärken. Als gemeinnützige öffentlich-private Organisation geniesst es internationale Anerkennung und unterstützt die Innovationsaktivitäten von Unternehmen in der Schweiz und im Ausland. Das CSEM ist in den Bereichen Präzisionsmikrofabrikation, digitale Technologien und nachhaltige Energien tätig. Um seine Aufgabe als Brücke zwischen Forschung und Industrie zu erfüllen, arbeiten mehr als 600 Mitarbeitende aus 45 Ländern eng mit Universitäten, Fachhochschulen, Forschungsinstituten und führenden Industrieakteuren zusammen. Mit seinen sieben Standorten in Allschwil, Alpnach, Bern, Landquart, Neuenburg, Schwyz und Zürich ist das CSEM in der ganzen Schweiz aktiv. www.csem.ch

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